Evelyne Berger

Bärchenmutti, Autorin,Fotografin


                     Bärchens Brödli - Teddygeschichte

 

"Muttilein", bettelten wir am Freitag, "ach, back uns doch ein Brödli fürs

Wochenende, ein süßes. Wir haben so einen Appetiet darauf. " Muttilein

lächelte, schüttete Mehl in eine Schüssel, tat Hefe, Butter, Sahne, Zimt

und Vanillezucker an den Teig, knetete ihn mit warmen Wasser, formte

ein Brot daraus und schob es in den Ofen. Schon bald roch es im ganzen

Puppenstübchen, wie wir unsere winzige Einraumwohnung in der 6.

Etage eines Plattenbaues liebevoll nennen, nach Weihnachten. Und als es

dann knusprig gebacken vor uns lag, mit goldbrauner Krume, konnten

wir nicht widerstehen. Wir mussten unbedingt kosten. Muttilein schnitt

eine dicke Scheibe für uns ab. "Hm!" riefen wir und schnupperten daran,

denn frisches Brot riecht einfach köstlich. Dann schleppten wir es auf

den Teller, nahmen ein kleines Kindermesserchen und strichen dick

Butter darauf, dazu einen Klecks Aroniagelee, natürlich selbstgemacht

aus unserem Bärchengarten, und alles Bio, fertig war unser Brödli.

"Danke, Muttilein!" riefen wir und futterten, was das Zeug hielt, lobten

immer wieder ihre Backkünste. Da strahlte sie mit der Sonne um die

Wette. Und als wir alle satt waren, nahm sie uns in die Hand, strich

zärtlich über unsere Köpfchen und gab uns ein Küsschen. Und jedes Mal,

wenn sie das tut, glänzen ihre grünen Augen so geheimnisvoll. Dann

haben wir das Gefühl, wir sind im Bärchenparadies. Da wird uns richtig

warm ums Herzchen und Muttilein auch. "Das ist die Liebe", sagt sie

dann immer, "die macht die Menschen glücklich und auch die Bärchen."

Deshalb lieben wir unser Brödli, bis es aufgefuttert ist, denn Liebe geht ja

bekanntlich durch den Magen. Das wissen sogar wir Bärchen:))

 

Eure Bärchen